Nachtstrom Tarife 2026 – Mit HT/NT bis zu 30 Prozent sparen
Was sind HT/NT-Tarife und wie funktionieren sie?
HT/NT steht für Hochtarif und Niedertarif, oft auch als Tagstrom und Nachtstrom bezeichnet. Bei diesen Tarifen wird der Stromverbrauch zeitabhängig mit zwei unterschiedlichen Preisen abgerechnet: Tagsüber gilt der höhere Hochtarif, nachts und oft auch an Wochenenden der günstigere Niedertarif. Voraussetzung ist ein Zweitarifzähler, der die Verbrauchsmengen getrennt erfasst. Die typischen Schwachlastzeiten, in denen der Niedertarif gilt, liegen zwischen 22 und 6 Uhr sowie teilweise am Samstag und Sonntag ganztägig.
Die Preisunterschiede sind erheblich: Während der Hochtarif mit 40-45 Cent pro kWh etwa dem normalen Strompreis entspricht, kostet der Niedertarif nur 25-30 Cent pro kWh. Das ist eine Ersparnis von etwa 15 Cent oder 35-40 Prozent. Allerdings gilt dieser günstige Preis nur für den Verbrauch in den Nebenzeiten. Wer hauptsächlich tagsüber Strom verbraucht, profitiert kaum von einem HT/NT-Tarif.
HT/NT-Tarife sind vor allem für Haushalte mit Nachtspeicherheizungen, Wärmepumpen oder Elektroauto-Ladestationen interessant, die den Großteil ihres Stromverbrauchs in die Nebenzeiten verlagern können. Moderne Smart-Home-Systeme können Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner automatisch in den Niedertarif-Zeitraum starten und so auch bei normalem Haushaltsverbrauch sparen.
Nachtspeicherheizung: HT/NT optimal nutzen
Nachtspeicherheizungen sind klassische Anwendungsfälle für Niedertarif-Strom. Sie laden sich nachts mit günstigem Niederstrom auf und geben die gespeicherte Wärme tagsüber ab. Allerdings sind Nachtspeicherheizungen energetisch ineffizient und werden seit 2020 schrittweise verboten. Bestehende Anlagen haben Bestandsschutz, aber der Austausch gegen moderne Wärmepumpen wird staatlich gefördert und reduziert den Stromverbrauch um bis zu 50 Prozent.
Wenn Sie eine Nachtspeicherheizung betreiben, sollten Sie unbedingt einen HT/NT-Tarif wählen. Die Ersparnis gegenüber einem Standard-Eintarif kann mehrere hundert Euro betragen. Achten Sie jedoch auf das Verhältnis von Hoch- zu Niedertarifverbrauch: Nur wenn mindestens 60 Prozent Ihres Verbrauchs im Niedertarif anfallen, lohnt sich der HT/NT-Tarif. Ihr Stromversorger oder ein Energieberater kann Ihre Verbrauchsdaten analysieren.
Wärmepumpe mit HT/NT-Tarif: So funktioniert es
Wärmepumpen laufen idealerweise durchgehend, können aber durch einen Pufferspeicher in den Niedertarif-Zeiten besonders intensiv betrieben werden. Einige Netzbetreiber bieten spezielle Wärmepumpen-Tarife an, bei denen sie die Wärmepumpe für maximal zwei Stunden pro Tag abschalten dürfen, dafür aber durchgehend einen stark reduzierten Tarif gewähren. Diese Sperrzeiten-Tarife sind noch günstiger als Standard-HT/NT und speziell auf den Wärmepumpen-Betrieb zugeschnitten.
Bei Neubauten mit Wärmepumpe lohnt sich die Investition in einen Pufferspeicher, der in den Niedertarif-Zeiten aufgeheizt wird und tagsüber Wärme bereitstellt. So können Sie den günstigen Nachtstrom auch tagsüber nutzen. Die Mehrkosten für den Pufferspeicher von etwa 1.000-2.000 Euro amortisieren sich innerhalb von 3-5 Jahren durch die Stromeinsparung.
Die besten Nachtstrom-Anbieter 2026
Viele überregionale Stromanbieter bieten HT/NT-Tarife an. Zu den günstigsten gehören Eprimo, e-wie-einfach und die EnBW-Tochter Yello. Allerdings ist der Markt für Nachstrom-Tarife kleiner und unübersichtlicher als der für Standard-Tarife. Nicht alle Vergleichsportale zeigen HT/NT-Tarife automatisch an – Sie müssen den Filter Zweitarifzähler oder Schwachlaststrom aktivieren.
Regionale Stadtwerke sind oft besonders attraktiv für HT/NT-Kunden, da sie niedrigere Netzentgelte für die Nebenzeiten anbieten. Die Stadtwerke Flensburg beispielsweise bieten einen Nachtstrom-Tarif für 24 Cent pro kWh – das ist einer der günstigsten in ganz Deutschland. Fragen Sie bei Ihrem lokalen Versorger nach Sonderkonditionen für Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe.
Fazit: Lohnt sich ein HT/NT-Tarif?
- Nur mit Nachtspeicherheizung, Wärmepumpe oder E-Auto mit Nachtladung sinnvoll
- Mindestens 60 Prozent des Verbrauchs sollten im Niedertarif liegen
- Nutzen Sie Smart-Home-Timer, um Haushaltsgeräte automatisch in die NT-Zeit zu legen
- Vergleichen Sie HT/NT mit günstigen Eintarifen – manchmal ist Eintarif trotzdem günstiger
- Sperrzeiten-Tarife für Wärmepumpen bieten die höchsten Ersparnisse
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