CO2-Preis auf Gas 2026 – Auswirkungen, Berechnung und Entlastung
Wie funktioniert der CO2-Preis auf Gas?
Der CO2-Preis ist eine Steuer auf den Ausstoß von Kohlendioxid. In Deutschland gilt seit 2021 das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das einen nationalen Emissionshandel für die Sektoren Wärme und Verkehr etabliert. Gasversorger müssen für jede Tonne CO2, die beim Verbrennen ihres Gases entsteht, ein Emissionszertifikat kaufen. Diese Kosten geben sie über den Gaspreis an die Endkunden weiter.
Die Berechnung ist einfach: Bei der Verbrennung von 1 kWh Erdgas entstehen etwa 0,2 kg CO2. Ein CO2-Preis von 55 Euro pro Tonne entspricht 5,5 Cent pro kg CO2, also etwa 1,1 Cent pro kWh Gas (0,2 kg x 5,5 Cent). Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch ergeben sich CO2-Kosten von etwa 220 Euro. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf den CO2-Preis, sodass die tatsächliche Belastung bei etwa 260 Euro liegt.
Der CO2-Preis steigt jährlich: 2025 lag er bei 45 Euro, 2026 bei 55 Euro. Ab 2027 soll er in den europäischen Emissionshandel überführt werden, wo die Preise marktbasiert sind und voraussichtlich 80-120 Euro erreichen. Das würde den Gaspreis um 1,6-2,4 Cent pro kWh erhöhen.
Konkrete Kosten für verschiedene Haushalte
Die Mehrbelastung hängt direkt vom Gasverbrauch ab. Eine Single-Wohnung mit 8.000 kWh zahlt 2026 etwa 88 Euro CO2-Kosten (plus MwSt. etwa 105 Euro). Ein Reihenhaus mit 15.000 kWh kommt auf 165 Euro (plus MwSt. etwa 196 Euro). Ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh trägt 220 Euro (plus MwSt. etwa 262 Euro). Ein großes, schlecht gedämmtes Haus mit 30.000 kWh zahlt 330 Euro (plus MwSt. etwa 393 Euro).
Zum Vergleich: Wohnen in einer vergleichbaren Wohnung mit Fernwärme oder Wärmepumpe verursacht deutlich geringere CO2-Kosten, da diese Technologien weniger oder gar keine fossilen Brennstoffe nutzen. Die CO2-Bepreisung entfaltet also die beabsichtigte Lenkungswirkung: Sie macht fossiles Heizen unattraktiv und fördert den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen.
Gibt es Entlastungen oder Ausnahmen?
Das Klimageld – eine Pro-Kopf-Rückerstattung der CO2-Einnahmen – wurde politisch diskutiert, aber 2026 noch nicht umgesetzt. Stattdessen gibt es indirekte Entlastungen über das Wohngeld, den Bürgergeld-Regelsatz und die Entfernungspauschale. Eine direkte Rückerstattung für Gaskunden existiert nicht. Wer viel Gas verbraucht, trägt die vollen CO2-Kosten.
Die Bundesregierung plant für 2027 ein Klimageld, das alle Einnahmen aus der CO2-Bepreisung pro Kopf an die Bürger zurückzahlen soll. Bei Einnahmen von etwa 15 Milliarden Euro und 83 Millionen Einwohnern wären das etwa 180 Euro pro Person und Jahr. Haushalte mit unterdurchschnittlichem Gasverbrauch würden netto entlastet, Haushalte mit überdurchschnittlichem Verbrauch würden netto belastet – genau so ist die Lenkungswirkung gedacht.
Fazit: Wie Sie die CO2-Kosten reduzieren
- Reduzieren Sie Ihren Gasverbrauch durch Heizungsoptimierung
- Wechseln Sie zu einem günstigen Gastarif – die CO2-Kosten fallen überall gleich an
- Planen Sie den Umstieg auf eine Wärmepumpe – dann entfallen die CO2-Kosten komplett
- Informieren Sie sich über das geplante Klimageld ab 2027
- Die CO2-Kosten sind ein Weckruf: Fossile Energie wird nie wieder billig
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