Biogas und Ökogas Tarife 2026 – Nachhaltig heizen im Vergleich

Was ist Biogas und wie unterscheidet es sich von normalem Erdgas?

Biogas wird durch Vergärung organischer Abfälle wie Gülle, Bioabfall oder Energiepflanzen in Biogasanlagen erzeugt. Nach der Aufbereitung zu Biomethan hat es die gleiche chemische Zusammensetzung wie Erdgas und kann ins normale Gasnetz eingespeist werden. Der entscheidende Unterschied: Während die Verbrennung von Erdgas zusätzliches fossiles CO2 in die Atmosphäre bringt, ist Biogas Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs und daher klimaneutral.

Allerdings gibt es nur begrenzte Mengen an Biogas. In Deutschland werden etwa 10 TWh Biogas pro Jahr ins Gasnetz eingespeist – das entspricht weniger als einem Prozent des gesamten Gasverbrauchs. Die meisten Biogas-Tarife enthalten daher nur einen bestimmten Biogas-Anteil, oft 5, 10 oder 20 Prozent, der Rest ist normales Erdgas. Echte 100-Prozent-Biogas-Tarife sind selten und teuer.

Die Preisaufschläge für Biogas-Tarife sind moderat: Ein 10-Prozent-Biogas-Tarif kostet etwa 0,5-1 Cent mehr pro kWh, was bei 20.000 kWh Jahresverbrauch 100-200 Euro Mehrkosten bedeutet. 100-Prozent-Biogas-Tarife liegen dagegen 3-5 Cent über dem Marktpreis und sind mit 600-1.000 Euro Aufpreis eine echte Investition in die Umwelt.

Ökogas mit Kompensation: Die günstigere Alternative

Viele Anbieter bieten sogenannte Klimatarife oder Ökogas-Tarife an, die kein Biogas enthalten, sondern die CO2-Emissionen des Erdgases durch Klimaschutzprojekte kompensieren. Der Anbieter kauft CO2-Zertifikate aus Projekten wie Aufforstung oder erneuerbaren Energien in Höhe der verursachten Emissionen. Das Erdgas selbst bleibt konventionell – nur die Bilanz wird ausgeglichen.

Der Vorteil: Diese Tarife sind deutlich günstiger als Biogas-Tarife, oft nur 0,2-0,5 Cent pro kWh teurer als konventionelle Tarife. Der Nachteil: Die Klimawirkung ist indirekt und nicht in gleichem Maße nachhaltig wie echter Biogas-Bezug. Zudem sind manche Klimaschutzprojekte umstritten – nicht jedes Zertifikat garantiert tatsächliche Emissionsminderungen.

Empfehlenswerte Biogas- und Ökogas-Anbieter 2026

Polarstern bietet einen Wirklich Ökogas Tarif mit 10 Prozent Biogas und fairen Konditionen. Der Aufpreis beträgt etwa 0,8 Cent pro kWh, dafür erhalten Sie zertifiziertes Biogas aus deutscher Produktion. Naturstrom bietet einen Biogas-Tarif mit 100 Prozent Biomethan – mit 4 Cent Aufpreis der teuerste, aber auch nachhaltigste Tarif. EWS Schönau bietet einen Kompensationstarif mit Klimaschutzprojekten für nur 0,3 Cent Aufpreis.

Größere Anbieter wie E.ON und Vattenfall haben ebenfalls Klimatarife im Programm. E.ONs Ökogas ist ein reiner Kompensationstarif, Vattenfalls Biogas enthält 10 Prozent Biomethan. Die Preise liegen etwa 0,5-1 Cent über dem Marktdurchschnitt. Für preisbewusste Verbraucher, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, sind diese Tarife ein guter Kompromiss.

Fazit: Lohnt sich Ökogas 2026?

  • 10-Prozent-Biogas-Tarife sind ein guter Kompromiss aus Nachhaltigkeit und Preis (100-200 Euro Mehrkosten)
  • Kompensationstarife sind die günstigste Klimavariante, aber weniger nachhaltig
  • 100-Prozent-Biogas ist teuer und nur begrenzt verfügbar
  • Achten Sie auf zertifiziertes Biogas mit Herkunftsnachweis – nicht jedes Biomethan ist nachhaltig
  • Mittelfristig ist der Umstieg auf eine Wärmepumpe die nachhaltigste Lösung